Über Oskar


Oskar Staudinger: »Die dunklen Seiten des Lebens können verdammt witzig sein!«

Ein Interview mit dem Meister des Schwarzen Humors und der dunklen Bilder. 

 

Oskar Staudinger in seinem Atelier.-(c) Jan Krug


von Astrid Kora-Negus 10 November 2018

 

Kannst du dich kurz vorstellen?

Ich wurde kurz vor dem Ende der DDR in Frankfurt an der Oder geboren. Es zog mich schon als kleines Kind zu Ölfarben und Bleistiften. Da ich 1989 in eine Opernfamilie hineingeboren wurde, folgten meine Eltern der Tradition und brachten mich in eine Musikschule. Anstatt die Instrumente in die Hand zu nehmen, zeichnete ich die Mitschüler. Ich war offensichtlich kein Musiker. Nach dieser kurzen, unmusikalischen Erfahrung begann ich, von großen Malern und Grafikern zu lernen, um auf den Schultern von Riesen stehend weiter zu sehen. Nach fünf Jahren an der Hochschule für bildende Künste in Dresden etablierte ich mich als Künstler.

 

Warum machst du Kunst?

Ich mache Kunst, weil es mich innerlich antreibt. Als Kind habe ich die alten Japanischen Holzschnitte gesehen und war begeistert, später kamen die Bücher von Edward Gorey dazu, die mich ansprachen und zum Nachahmen anregten. Natori Shunsen und Edward Gorey dazu noch die Pre-Raphaeliten, das war eine inspirierende Mischung. 

 

Und woher kommt der schwarze Humor?

Letztens wurde ich gebeten eine Illustration anzufertigen und versehen wurde dieser Auftrag mit dem Hinweis, ich solle doch bitte nichts mit Humor machen. Das war das Deutscheste was ich je gehört habe. Humor ist schon an sich etwas sehr Unseriöses in Deutschland und dann auch noch schwarzer Humor, das verwirrt ab und an und manchmal gibt es auch Menschen, die es schrecklich finden. Woher der schwarze Humor kommt, weiß ich nicht, aber wie heißt es so schön: “Humor ist, wenn man trotzdem lacht”. Wie nennt man eine Frau, die immer weiß, wo ihr Mann ist? Witwe! (Lacht.)

 

»Humor ist schon an sich etwas sehr Unseriöses in Deutschland und dann auch noch schwarzer Humor«

 

Manche Bilder wirken auch nur düster.

Ich habe nicht immer witzige Ideen und manche Bilder sollte man nicht auf Krampf in das humoristische Genre pressen. 

Was machst du, wenn du nicht zeichnest?

Interessante Nebenjobs suchen, um auf neue Ideen zu kommen. 

Wo hast du ausgestellt?

Ich hatte Ausstellungen im Theater, im Buchladen und regelmäßig auch in zeitgenössischen Galerien.

 

Oskar Staudinger in seinem Atelier.-(c) KC Wagner

Was ist die Kernaussage deiner Kunst?

Die übliche Frage. (Lacht.) Die dunklen Seiten des Lebens können verdammt witzig sein!

 

Was unterscheidet deine Ölbilder von den Tuschezeichnungen, abgesehen von den verwendeten Mitteln?  

Ich male Ölbilder hauptsächlich nach Kundenwunsch und benutze intensive Harzölfarben. Manchmal beauftragen mich Kunden, eins meiner Tuschemotive in Öl umzusetzen.  Auf Wunsch arbeite ich auch als Illustrator und Portraitmaler. 

 

Verkaufst du deine Originale?

Ich verkaufe sie sogar sehr oft! Auf Kundenwunsch hin zeichne ich aber auch kleinere Versionen, die ich mit meiner typischen Signatur versehe und mit Zertifikat liefere.